Design, Handwerk

MacGyver der Geldbörsen

Nils Wagner

Paprcuts

Wenn sich jemand in ein Material verliebt, dann ist das manchmal ein Zeichen von heranschleichendem Wahnsinn, manchmal aber auch die Geburt eines genialen Produkts. Bei Nils Wagner war letzteres der Fall. Es war 2010, als Nils Wagner zufällig über das Material Tyvek „gestolpert ist“, wie er es selbst formuliert.

[ Seit 2014 ]
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Stylishe Accessoires aus reiß- und wasserfestem Papier.

Es war die Geburtsstunde einer Geschäftsidee aus Papier. Tyvek ist ein Vliesstoff aus Polyethylen. Ein reiß- und wasserfestes Material, das in Chemielaboren für Schutzkittel oder zum Abdecken von Böschungen verwendet. Doch Nils Wagner wollte keine Böschungen abdecken. Seine Idee: Aus Tyvek Accessoires zu fertigen. Vor allem Portemonnaies, aber auch Smartphone-Hüllen, Kosmetiktaschen und Tabakbeutel. Portemonnaies aus Papier? Viele haben ihn für die Idee damals ausgelacht. Doch Nils Wagner hielt an seiner Vision fest. Heute kommen Bestellungen aus aller Welt in seinem Kreuzberger Büro an. Die Designs der Stücke sind ebenso auffällig wie vielfältig. Sie entstehen in Nils Wagners Kopf oder in denen seiner beiden Kollegen Jakob Klaasen und Anja Meiners. „Best of internet“, nennt Wagner den Stil. Designs, die ankommen. Spätestens seit einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne im Sommer 2014 rollt die Produktion auf Hochtouren. Regionale und soziale Aspekte spielen dabei eine große Rolle. Die Produkte werden ausschließlich in Berlin gefertigt, unter anderem in einer Behindertenwerkstatt und einer Haftanstalt. Die Zeichen stehen also auf Sturm bei paprcuts. Und die Frage nach Genie oder Wahnsinn sollte ein für alle mal beantwortet sein.